Was kostet es, eine Wohnung zu entrümpeln?
Eine amtliche Preisliste für Entrümpelungen gibt es nicht. Wer wissen will, was eine Wohnung kostet, findet nur Preisübersichten von Betrieben und Portalen der Branche. Die Zahlen in diesem Abschnitt stammen aus solchen veröffentlichten Übersichten, Stand 14. September 2026. Sie sind keine Statistik und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Ein Immobilienportal rechnet für 60 Quadratmeter vor: etwa 1.040 Euro bei wenig Hausrat, 1.386 Euro bei einem durchschnittlichen Haushalt, 1.733 Euro bei viel Hausrat und 2.426 Euro bei einer Messie-Wohnung. Je Quadratmeter Wohnfläche reichen die Spannen aus drei ausgewerteten Übersichten von 15 bis 60 Euro.
Die Spanne ist so breit, weil bezahlt wird, was aus der Wohnung herauskommt, nicht die Fläche. Eine fast leere Zweizimmerwohnung ist schnell geräumt, ein voller Haushalt im vierten Stock ohne Aufzug eine ganz andere Arbeit. Kein Betrieb kann Ihnen deshalb am Telefon einen verlässlichen Preis nennen.
Was steht in einem Entrümpelungsangebot?
Ein Angebot lässt sich nur vergleichen, wenn es die Leistung in Posten zerlegt. Ein Gesamtpreis verrät nicht, ob die Entsorgung enthalten ist oder wer die Einbauküche abbaut. Die Verbraucherzentrale rät generell, Leistungen und Material so genau wie möglich aufführen zu lassen. Diese Posten gehören in jedes Angebot:
- Die geschätzte Menge in Kubikmetern, denn an ihr hängen Arbeitszeit und Entsorgung.
- Die Arbeitszeit mit Stunden, Zahl der Helfer und Stundensatz je Helfer.
- Die Entsorgung als eigener Posten, mit Angabe, wohin der Müll geht.
- Anfahrt und Transport mit Fahrzeuggröße und Zahl der Fahrten.
- Zuschläge für Etagen, Halteverbotszone und Schadstoffe, jeweils einzeln genannt.
- Der Ausbau von Einbauküche und Lampen, wenn die Wohnung besenrein zurückgehen soll.
- Der Abzug für Möbel und Wertsachen, die der Betrieb ankauft, als Betrag in Euro.
Die Menge ist der wichtigste Posten, weil an ihr Arbeitszeit und Entsorgung hängen. Lassen Sie sich die Zahl beim Ortstermin nennen und ins Angebot schreiben, dann zählen Sie später am Container nach statt über den Preis zu streiten.
Prüfen Sie außerdem, ob alle Angebote brutto rechnen. Betriebe, die Umsatzsteuer berechnen, schlagen 19 Prozent auf: Aus 1.000 Euro netto werden 1.190 Euro brutto.
Was treibt den Preis einer Entrümpelung?
Zuschläge entscheiden mit, warum zwei Angebote für dieselbe Wohnung verschieden ausfallen. Betriebe nennen dafür eigene Preisübersichten: 5 bis 10 Prozent Aufschlag je Stockwerk ohne Aufzug, dazu 50 bis 150 Euro für die Anfahrt. Eine Halteverbotszone kostet 80 bis 150 Euro, der Ausbau einer Einbauküche 150 bis 400 Euro und jede Schadstoff-Position 80 bis 250 Euro.
| Zuschlag | Spanne | Wann er anfällt |
|---|---|---|
| Jedes Stockwerk ohne Aufzug | 5 bis 10 Prozent auf den Grundpreis | Jedes Stück wird die Treppe hinuntergetragen, und der Aufschlag gilt für jedes Stockwerk. |
| Anfahrt | 50 bis 150 Euro | Nicht jeder Betrieb berechnet sie gesondert. In einem Festpreis steckt sie meist schon drin. |
| Halteverbotszone vor dem Haus | 80 bis 150 Euro | Zwei Schilder sorgen dafür, dass der Wagen an der Tür steht. Die Stadt setzt die Gebühr fest, und der Betrieb beantragt die Zone. |
| Einbauküche ausbauen | 150 bis 400 Euro | Arbeitsplatte, Schränke und Geräte werden abgebaut und abgeklemmt. |
| Schadstoffe wie Farben, Lacke und Leuchtstoffröhren | 80 bis 250 Euro je Position | Jede Position wird einzeln berechnet. |
Was Sie selbst wegbringen, spart Geld. Berliner Recyclinghöfe nehmen von Privathaushalten bis zu 3 Kubikmeter Sperrmüll je Tag gebührenfrei an, dazu Elektrogeräte ohne Mengengrenze. Andere Städte haben andere Regeln, fragen Sie dort beim Recyclinghof nach.
Was kostet der Sperrmüll bei der Stadt?
Die Sperrmüllgebühr Ihrer Stadt ist ein amtlich festgelegter Preis, an dem Sie ein Angebot messen können. Für 5 Kubikmeter zahlen Sie in Hamburg 35 Euro, in Berlin 50 Euro im Spartarif und in München 150 Euro.
| Stadt und Betrieb | Grundpreis und enthaltene Menge | Jeder weitere Kubikmeter | Wartezeit oder Aufschlag |
|---|---|---|---|
| Hamburg, Stadtreinigung Hamburg | 35 Euro bis 8 Kubikmeter an der Straße, 50 Euro bei Abholung aus dem Haus | 5 Euro | Abholung am nächsten Arbeitstag für 95 Euro Aufschlag, bis 10 Kubikmeter |
| Berlin, BSR, Spargebühr | 50 Euro bis 5 Kubikmeter | 10 Euro | ab dem 16. Werktag |
| Berlin, BSR, Standardgebühr | 100 Euro bis 5 Kubikmeter | 20 Euro | 6 bis 15 Werktage |
| Berlin, BSR, Expressgebühr | 96 Euro bis 2 Kubikmeter | 48 Euro | bis 5 Werktage |
| München, AWM | 50 Euro Anfahrt, dazu 20 Euro je angefangenem Kubikmeter | 20 Euro | 1 bis 2 Wochen, Wunschtermin 55 Euro extra |
Zwei Dinge sparen Geld. Wer früh plant, zahlt in Berlin für 5 Kubikmeter 50 statt 100 Euro, weil die Spargebühr eine Abholung erst ab dem 16. Werktag vorsieht. Und wer Möbel selbst zum Recyclinghof fährt, zahlt dort bis zu 3 Kubikmeter nichts. Die Gebühr deckt nur die Abholung, nicht das Ausräumen und Tragen: In Hamburg kostet schon das Zerlegen von Möbeln 7,50 Euro je Mitarbeiter und Viertelstunde extra.
Vorsicht vor Anbietern, die wie eine Stadtreinigung auftreten. Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet von Betrieben, die am Telefon einen niedrigen Preis versprechen und ihn bei der Abholung in die Höhe treiben. Ein Blick ins Impressum der Website zeigt, wer wirklich dahintersteht.
Was ist der Unterschied zwischen Festpreis und Schätzung?
Ein Festpreis gilt für die beschriebene Leistung, egal wie viel am Ende aus der Wohnung kommt. Bei einer Schätzung, auf dem Papier oft Kostenvoranschlag genannt, ist das anders: Sie ist nur ein Richtwert. Wird die Arbeit deutlich teurer, muss der Betrieb es Ihnen sofort sagen, und Sie dürfen dann kündigen und zahlen nur die bisherige Arbeit.
Als deutlich gilt laut Verbraucherzentrale eine Steigerung um mehr als 15 bis 20 Prozent. Darunter tragen Sie die Mehrkosten selbst, etwa wenn hinter Schränken mehr Menge steckt, als die Besichtigung zeigte.
Steht im Angebot ein Festpreis?
Nein, der vereinbarte Preis gilt. Mehr zahlen Sie nur für Arbeiten, die Sie zusätzlich bestellen.
Liegen die Mehrkosten über 15 bis 20 Prozent der Schätzung?
Der Betrieb muss es Ihnen sofort sagen. Sie dürfen kündigen und zahlen nur für die bisherige Arbeit.
Ja, bis zu dieser Grenze. Lassen Sie sich trotzdem aufschlüsseln, welcher Posten teurer wurde.
Ein Festpreis ist nur so gut wie die Beschreibung, auf die er sich bezieht. Steht der Keller nicht im Angebot, gilt der Festpreis dafür nicht. Achten Sie deshalb auf die Räume, die Menge und die Schadstoffe im Text. Was ein Betrieb nachfordern darf, erklärt der Ratgeber Festpreis oder Schätzung bei der Entrümpelung.
Zieht ein Entrümpler Möbel vom Preis ab?
Manche Betriebe bieten an, gut erhaltene Möbel und Wertsachen anzukaufen und den Betrag von der Rechnung abzuziehen. Das senkt Ihre Rechnung nur, wenn im Angebot ein Betrag in Euro dafür steht. Ein Satz wie "Wertgegenstände werden angerechnet" ist keine Zusage.
Für gebrauchten Hausrat gibt es keine veröffentlichte Preisliste, an der sich ein Betrag nachrechnen ließe. Glauben Sie eine Prozentzahl, mit der ein Betrieb wirbt, deshalb erst, wenn sie als Euro-Betrag im Angebot steht. Wie das geht, erklärt der Ratgeber zur Wertanrechnung bei der Entrümpelung.
Spart eine Entrümpelung Steuern?
Die Räumung selbst lässt sich nicht absetzen. Die Finanzämter richten sich nach einer Liste des Bundesfinanzministeriums, und dort stehen Haushaltsauflösung und Sperrmüllabfuhr als nicht begünstigt. Absetzbar sind einzelne Arbeiten in Ihrer eigenen Wohnung, etwa Umzug, Reinigung und Renovierung. Dafür zieht das Finanzamt 20 Prozent der Arbeitskosten von Ihrer Steuer ab, höchstens 4.000 Euro im Jahr für Dienstleistungen und 1.200 Euro für Handwerkerarbeiten. Bar bezahlte Rechnungen erkennt es nicht an.
Für den Vergleich der Angebote heißt das: Lassen Sie jede Arbeit einzeln ausweisen, die der Betrieb tatsächlich erledigt, und überweisen Sie die Rechnung. Nur dann bleibt der Abzug für die begünstigten Posten möglich.
So holen Sie 3 vergleichbare Entrümpelungsangebote ein
Die Reihenfolge zählt. Wer zuerst beauftragt und erst danach nach getrennten Rechnungsposten fragt, riskiert den Steuerabzug für die begünstigten Arbeiten. Dieser Ablauf gilt für eine Wohnung oder ein Haus in Privatbesitz. Bei einer Zwangsräumung, die ein Gericht anordnet, gelten andere Regeln.
- Räume und Menge festhalten: Fotografieren Sie jeden Raum, auch Keller, Dachboden und Garage, und notieren Sie Schadstoffe und schwere Einzelstücke.
- Gebühren Ihrer Stadt nachschlagen: So wissen Sie, welcher Teil eines Angebots eine feste Gebühr ist und welcher Arbeit.
- Drei Betriebe mit derselben Beschreibung anfragen: Alle bekommen dieselbe Raumliste, dieselben Fotos und dieselbe Frage nach Möbelankauf. Fragen Sie vorher, ob der Betrieb überhaupt Wohnungen räumt.
- Besichtigung vereinbaren: Lassen Sie die geschätzte Menge in Kubikmetern, die Zahl der Helfer und den Stundensatz schriftlich festhalten.
- Angebote prüfen: Rechnen alle brutto? Stehen Arbeit, Entsorgung und Material getrennt? Ist der Möbelabzug ein Betrag in Euro? Sind Termin und Endzustand genannt?
- Nach der Räumung gemeinsam abnehmen: Machen Sie Fotos, überweisen Sie die Rechnung und heben Sie den Beleg auf.
Häufige Fragen
Was kostet eine Entrümpelung pro Quadratmeter?
Eine Entrümpelung kostet nach veröffentlichten Preisübersichten von Betrieben und Portalen 15 bis 60 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Wo ein Betrieb in dieser Spanne liegt, hängt davon ab, wie voll die Wohnung ist, wie viele Stockwerke ohne Aufzug zu tragen sind und ob Schadstoffe anfallen. Diese Preise sind keine amtliche Statistik.
Ist die Sperrmüllgebühr im Preis einer Entrümpelung enthalten?
Das steht im Angebot. Ein gutes Angebot weist die Entsorgung als eigenen Posten aus. Fragen Sie außerdem, wohin der Betrieb das Räumgut bringt: So erkennen Sie, warum zwei Angebote für dieselbe Wohnung weit auseinanderliegen können.
Darf ein Entrümpelungsbetrieb mehr verlangen, als in der Schätzung steht?
Ja, muss Sie aber sofort informieren, wenn die Arbeit deutlich teurer wird. Als deutlich gilt nach der Verbraucherzentrale eine Steigerung um mehr als 15 bis 20 Prozent. Sie dürfen dann kündigen und zahlen nur die bisherige Arbeit. Bei einem Festpreis sind Mehrkosten nur erlaubt, wenn Sie zusätzliche Arbeiten bestellen.
Kann ich eine Entrümpelung von der Steuer absetzen?
Die Räumung selbst nicht, denn das Bundesfinanzministerium führt Haushaltsauflösung und Sperrmüllabfuhr als nicht begünstigt. Umzug, Reinigung und Renovierung in Ihrer eigenen Wohnung sind absetzbar: Das Finanzamt zieht 20 Prozent der Arbeitskosten ab, höchstens 4.000 Euro bei Dienstleistungen und 1.200 Euro bei Handwerkerarbeiten im Jahr.
Sind die Preise einer Entrümpelung netto oder brutto?
Das muss im Angebot stehen, und Sie sollten danach fragen. Betriebe, die Umsatzsteuer berechnen, schlagen 19 Prozent auf: Aus 1.000 Euro netto werden 1.190 Euro brutto. Ein Vergleich von Netto- mit Bruttopreisen führt sonst in die Irre.
