Was ein Dachboden kostet
Ein Dachboden ist meist eng, niedrig und nur über eine schmale Treppe oder eine Bodenluke zu erreichen. Genau das treibt den Preis, weil jeder Sack und jede Kiste einzeln nach unten getragen werden muss.
Nach veröffentlichten Preisübersichten von Betrieben der Branche kostet ein kleiner Dachboden bis 15 Quadratmeter 400 bis 800 Euro. Ein mittlerer Dachboden zwischen 15 und 30 Quadratmetern liegt bei 700 bis 1.500 Euro. Ein großer Dachboden mit 30 bis 50 Quadratmetern kostet 1.200 bis 2.500 Euro.
| Dachbodengröße | Fläche | Preis nach veröffentlichter Übersicht |
|---|---|---|
| Klein | bis 15 Quadratmeter | 400 bis 800 Euro |
| Mittel | 15 bis 30 Quadratmeter | 700 bis 1.500 Euro |
| Groß | 30 bis 50 Quadratmeter | 1.200 bis 2.500 Euro |
Eine zweite, unabhängig davon veröffentlichte Übersicht rechnet mit Kubikmetern statt Quadratmetern. Für einen Dachboden mit 6 bis 18 Kubikmetern Inhalt nennt der Betrieb rümpelfix einen Richtwert von 400 bis 1.600 Euro netto. Wie sich der Preis einer ganzen Wohnung zusammensetzt, erklärt der Beitrag Was kostet eine Entrümpelung.
Was vor der Dämmung geprüft werden muss
Bevor der Dachboden gedämmt oder ausgebaut wird, lohnt sich ein Blick auf zwei Stoffe, die früher üblich waren und heute als gesundheitsschädlich gelten.
Wurde die Dämmwolle vor 1996 eingebaut, gilt sie nach der zuständigen Regel für Gefahrstoffe als alte Mineralwolle. Ihr Staub gilt als krebserzeugend. Seit dem Jahr 2000 dürfen solche alten Dämmstoffe nicht mehr hergestellt oder neu eingebaut werden. Vorhandene alte Dämmwolle muss deshalb nicht sofort entfernt werden, beim Ausbauen braucht es aber besondere Schutzmaßnahmen.
Asbest steckte bis zu seinem Verbot 1993 in vielen Baustoffen, auch in Dachplatten, Fassadenplatten und Blumenkästen aus Asbestzement. Sind solche Platten intakt, geht von ihnen laut Umweltbundesamt keine Gefahr aus, dann müssen Sie sich um sie keine Sorgen machen. Werden sie brüchig, angesägt oder abgeschliffen, setzen sie Fasern frei. Arbeiten an Asbest dürfen deshalb nur Fachfirmen mit einer entsprechenden Zulassung durchführen, für Laien ist das verboten.
Ist Ihr Haus vor 1993 gebaut, lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf alte Dachplatten, bevor sie bewegt oder gestapelt werden. Ein Entrümpelungsbetrieb darf solche Platten nicht einfach mitnehmen, wenn sie beschädigt aussehen, das ist eine eigene Leistung mit eigenem Preis.
Trägt die Decke das Gewicht?
Als nur bedingt begehbar gilt ein Dachboden, wenn die Höhe unter dem First auf rund 1,80 Metern liegt. Das reicht gerade, um gebückt hindurchzukommen. Solche Böden wurden bei der Planung meist nur für ein Gewicht von 100 Kilogramm je Quadratmeter berechnet. Das entspricht etwa gestapelten Kisten und ein paar Möbeln, aber keinem dauerhaften Lager.
Für eine Wohnnutzung braucht die Decke dagegen mindestens 150 Kilogramm je Quadratmeter, bei einer Holzbalkendecke ohne Querverteilung sogar 200 Kilogramm. Ein moderner Fußboden mit Fußbodenheizung allein kann schon 200 Kilogramm je Quadratmeter wiegen, noch bevor Möbel oder Kartons dazukommen.
Planen Sie einen Ausbau zu Wohnraum oder eine dauerhaft schwere Beladung, lassen Sie die Tragfähigkeit vorher prüfen, am besten von einer Tragwerksplanerin oder einem Statiker. Reicht die Decke nicht aus, muss sie verstärkt werden, bevor mehr Gewicht daraufkommt.
Ein Ausbau zu Wohnraum ist außerdem eine Nutzungsänderung und braucht deshalb fast immer eine Baugenehmigung. Die genauen Regeln dazu setzt jedes Bundesland in seiner eigenen Bauordnung fest.
Was tun bei Tauben oder Wespen auf dem Dachboden?
Kot von Tauben trägt Krankheitserreger, die auch nach Monaten noch ansteckend sein können, weil er auf einem dunklen Dachboden kaum austrocknet. Beim Aufwirbeln des Staubs können Sie Erreger einatmen, die eine Lungenentzündung auslösen. Fassen Sie größere Mengen Taubenkot deshalb nicht ohne Atemschutz und Handschuhe an, besser übernimmt das eine Fachfirma.
Alter Taubenkot ist außerdem ätzend und kann zusätzlich mit Zecken oder Milben besiedelt sein, die auch Menschen befallen. Finden Sie solche Parasiten, melden Sie das dem Gesundheitsamt, statt selbst mit Reinigungsmitteln nachzuhelfen.
Wespen- und vor allem Hornissennester dürfen Sie nicht einfach entfernen lassen. Hornissen stehen unter besonderem Schutz. Wer ein Nest beseitigen will, braucht dafür eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Entfernen darf es danach nur eine Schädlingsbekämpferin oder ein Schädlingsbekämpfer. Die Stadt Nürnberg verlangt für diese Genehmigung eine Verwaltungsgebühr von 50 Euro, eine Umsiedlung des Nests ist dort gebührenfrei. Andere Städte und Gemeinden können andere Beträge verlangen.
Bei gewöhnlichen Wespen ist das Verfahren einfacher. Stellt ihr Nest eine echte Belastung dar, darf eine Schädlingsbekämpferin oder ein Schädlingsbekämpfer es ohne gesonderte Genehmigung entfernen.
So läuft eine Dachbodenräumung ab
Weil auf dem Dachboden oft mehrere Fragen zusammenkommen, klärt ein guter Betrieb sie vor dem Festpreis mit Ihnen.
- Fotos vom Dachboden machen, auch von Dämmung, Balken und möglichen Nestern, und an mehrere Betriebe schicken.
- Bei Verdacht auf alte Dämmwolle oder Asbest vorab klären, ob eine Fachfirma für diesen Teil nötig ist.
- Vor-Ort-Termin vereinbaren, wenn der Zugang eng ist oder größere Mengen anfallen.
- Festpreis schriftlich einholen, mit Zuschlägen für Zugang und Sonderfälle als eigene Posten.
- Nach der Räumung die Rechnung und, falls dabei, den Beleg der Entsorgungsanlage aufbewahren.
Für kleinere Mengen ohne Schadstoffe lohnt sich oft der Vergleich mit Sperrmüll, Wertstoffhof oder Entrümpler, bevor Sie einen ganzen Betrieb beauftragen.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Dachboden entrümpeln zu lassen?
Ein Dachboden kostet je nach Größe und Zugang 400 bis 2.500 Euro. Ein kleiner Dachboden mit gutem Zugang liegt am unteren Ende, ein großer Dachboden ohne Aufzug am oberen Ende der Spanne.
Muss ich vor dem Ausbau prüfen, ob Asbest verbaut ist?
Ja, das lohnt sich, wenn Ihr Haus vor 1993 gebaut wurde, denn bis dahin war Asbest in Baustoffen wie Dachplatten erlaubt. Intakte Platten sind ungefährlich, brüchige oder angesägte setzen Fasern frei und dürfen nur eine zugelassene Fachfirma entfernen.
Woran erkenne ich alte Dämmwolle auf dem Dachboden?
Wurde die Dämmwolle vor 1996 eingebaut, gilt sie als alte Dämmwolle mit krebserzeugendem Staub. Ohne einen Einzelnachweis des Herstellers müssen Sie bei älteren Häusern davon ausgehen, dass es sich um diese ältere Art handelt.
Wie viel Gewicht verträgt ein nicht ausgebauter Dachboden?
Ein nur zum Bücken begehbarer Dachboden ist meist für rund 100 Kilogramm je Quadratmeter berechnet. Wollen Sie ihn als Wohnraum nutzen oder dauerhaft schwer beladen, braucht die Decke mehr Tragfähigkeit und sollte vorher von einer Fachperson geprüft werden.
Darf ich ein Wespennest auf dem Dachboden selbst entfernen?
Bei Hornissen nicht ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde, weil sie besonders geschützt sind. Bei gewöhnlichen Wespen darf eine Schädlingsbekämpferin oder ein Schädlingsbekämpfer das Nest ohne gesonderte Genehmigung entfernen, wenn es eine echte Belastung darstellt.
